Alexander verstärkt unser Team mit einem beeindruckenden Erfahrungsschatz: Bevor er zu AboutMedia kam, verantwortete er Kampagnenmanagement bei der Omnicom Mediagroup, bet-at-home sowie bei der Tageszeitung „Der Standard“. In dieser Zeit sammelte er nicht nur umfassende Praxiserfahrung, sondern auch fundiertes theoretisches Wissen. Kurz gesagt: Alexander ist ein äußerst vielschichtiger und gebildeter Mensch.
Aus seinem interessanten Leben erzählt er uns in diesem Interview:
Alexander, du bist ursprünglich Wirtschaftsakademiker – stimmt das?
Ja, das stimmt, ich habe Wirtschaftswissenschaften mit Spezialisierung auf Umweltwirtschaft und Nonprofit-Management studiert, an der JKU Linz.
Und später hast du dann noch ein Geschichtsstudium abgeschlossen?
Genau. Nach ein paar Jahren im Berufsleben wollte ich mir auch noch die Uni Wien anschauen – und das hat mir sehr gutgetan.
Viele skurrile Phänomene tauchen immer wieder auf, gerade wenn viele Menschen zusammenkommen. Daher waren „Menschenansammlungen im Laufe der Geschichte (The Crowd in History)“ auch mein „Bachelorsemiar of choice“. Geschrieben hab´ ich dann über die Streikenden in der Simpsons-Folge „Last Exit Springfield“ (dt. Prinzessin von Zahnstein) – die Episode, in der Homer Gewerkschaftschef wurde.
„Ohnehin hab´ ich vermutlich 80 % dessen, was ich weiß, zuerst in einer Simpsons-Folge gehört.“
Alexander Lunzer
„Da wird ja wohl etwas Understatement dabei sein“ (Anmerkung eines Kollegen)
Was hat dich zunächst zur Wirtschaft geführt – und was hat dich später am Geschichtsstudium gereizt?
Das schien mir damals einfach logisch. Wirtschaft ist ja an sich ein wichtiges Thema, und das wollte ich verstehen. (Ein Jahrhundert früher wär’s vielleicht noch Theologie geworden).
Bei Geschichte war’s einfach das Interesse, und das Gefühl wieder Student zu sein. Im Geschichtestudium hab´ ich dann auch den schlauen Satz gehört „Ideologien historisieren, nicht Geschichte ideologisieren“ (keine Verbindung zum vorherigen Absatz).
Wie ergänzen sich Wirtschaft und Geschichte in deiner heutigen Arbeit – gibt es da vielleicht mehr Überschneidungen, als man denkt?
Es gibt viele Grundlagen, die in der täglichen Arbeit sehr helfen. Geschichte hilft bei der Einordnung. Schließlich sind wir in der Branche einem steten Wandel unterworfen (the only constant thing is change). Gleichzeitig gilt aber auch: “the more things change, the more they stay the same”.
Was macht für dich gutes Kampagnenmanagement aus – jenseits von Budgets, KPIs und Tools?
Im Kern geht es darum, dass die Kund*innenseite mit der Kampagne zufrieden ist – und das auch langfristig.
Wo siehst du die häufigsten Fehler in digitalen Kampagnen – und wie vermeidet man sie?
Das große Ganze – das Big Picture – fehlt manchmal. Es geht nicht nur darum, was man will, sondern auch um das „Warum“. Da hilft es, im Geiste eine vollständige User Story zu formulieren.
Welche Fähigkeiten sind in deinem Job wichtiger: analytisches Denken oder Kreativität?
Im daily business des Kampagnenmanagements ist Kreativität kein so großes Asset – da ist der standardisierte Ablauf wichtig. Aber es gibt Momente, in denen Kreativität hilft, etwa wenn es nicht so gut läuft, oder auch bei der Werbemittelgestaltung, wo ich hier stärker involviert bin als früher.
Was unterscheidet die Kampagnen bei AboutMedia von denen deiner früheren Stationen?
Der Fokus liegt hier klar auf Qualität statt auf Masse.
Welche Art von Projekten machen dir mehr Spaß – große Strategien oder Feintuning im Detail?
Ich würde da gerne eine eindeutige Antwort geben können (und das mit einem Persönlichkeitstest oder einem Zitat, wo „Teufel“ vorkommt, belegen), aber es trifft immer auch das Gegenteil zu.
Was war letztlich ausschlaggebend für deinen Wechsel zu AboutMedia?
Ich kannte das Unternehmen von meinen vorherigen Stationen als kompetenten Partner und als Impulsgeber der Branche (zum Beispiel 2015 mit dem HTML5-Bannercheck). Umso mehr habe ich mich über die Einladung zum Gespräch und die folgende Zusage gefreut.
Wie erlebst du die Zusammenarbeit im Team?
Kooperation und Hilfsbereitschaft sind sehr hoch – und auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Wobei kannst du deine Stärken hier besser einsetzen als zuvor?
Das Ganzheitliche steht mehr im Vordergrund, also die gesamte Kampagnen-Journey. Dieser Überblick ist für mich sehr wichtig.

Gibt es eine historische Epoche, die dich besonders fasziniert – und warum gerade diese?
Mehr als einzelne Epochen interessieren mich transhistorische Phänomene.
Wenn du nicht im Kampagnen-Dashboard steckst: Womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit?
Fußballtabellen analysieren und Spielpläne durchgehen. Da halte ich es mit Ernst Happel und Ivica Osim: „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag.“
Welche drei Dinge sollten Kolleg*innen über dich wissen, die nicht im Lebenslauf stehen?
Also abgesehen von der Fußballleidenschaft?
Ich vergleiche Alltagssituationen gerne mit Simpsons-Folgen. Ich bin kurz davor, wirklich jede einzelne Episode gesehen zu haben – auch die, die nicht auf Disney+ verfügbar sind.
Und falls es Fragen zu J.R.R. Tolkien gibt, beantworte ich sie auch gerne und ausführlich.
Welche Trends im digitalen Marketing beobachtest du aktuell besonders aufmerksam?
Social Media wächst immer noch, weil es fast passgenaue Zielgruppen liefert und/oder hohe Reichweite für wenig Geld. Das ist schon faszinierend, wie durchdacht das umgesetzt und weiter vertieft wird. Das lange Zeit sehr mächtige Google-Universum sehe ich hingegen eher an Qualität verlieren. Hier sollten wir die Entwicklungen – gerade im aktuellen politischen Kontext – im Auge behalten.
Was möchtest du fachlich in den nächsten Jahren noch vertiefen?
Datenintegration.
Was reizt dich an deinem Beruf – auch nach mehreren Jahren – noch immer?
Es gibt ständig Neues. Ich bin sehr gespannt, ob in Zukunft europäische und „grüne“ Kommunikationskanäle als Gegenpol zu Google, Facebook und TikTok relevant werden können. Da wäre ich jedenfalls sehr gerne dabei.
Vielen Dank für das interessante und offene Gespräch!