OpenAI bereitet einen grundlegenden Schritt vor: ChatGPT wird künftig auch über Werbung finanziert.
Damit reagiert das Unternehmen auf stark steigende Betriebskosten – und auf die enorme Nutzung der kostenlosen Version. Schätzungen zufolge nutzen rund 90 % der Anwender*innen weltweit die kostenlose Variante, verursachen laufende Kosten, generieren bisher jedoch keinen direkten Umsatz.
Mit der Entscheidung für eine Werbefinanzierung vollzieht OpenAI einen klaren Strategiewechsel. Firmenmitbegründer und CEO Sam Altman hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch zu Werbung geäußert. In jüngeren Interviews zeigte er sich jedoch deutlich offener und verwies unter anderem auf Instagram als Beispiel dafür, dass gut gemachte, relevante Werbung für Nutzer*innen durchaus sinnvoll sein kann.
Der Rollout erfolgt schrittweise: Erste Tests starten in den USA. Europa – und damit auch Österreich – wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
In welchen Modellen wird Werbung möglich sein?
Nach aktuellen Ankündigungen wird Werbung ausschließlich in den günstigsten ChatGPT-Varianten getestet: ChatGPT Free (kostenlos), ChatGPT Go (neuer Einsteigertarif, ca. 8 € pro Monat).
Werbefrei bleiben hingegen: ChatGPT Plus, ChatGPT Pro, ChatGPT Business, ChatGPT Enterprise
Damit bleibt für Nutzer*innen jederzeit eine werbefreie Alternative verfügbar – allerdings nur in den kostenpflichtigen Modellen.
Wie Werbung in ChatGPT funktionieren wird
OpenAI hat bereits klare Prinzipien für die geplanten Anzeigen veröffentlicht:
- Werbung beeinflusst niemals die Antworten von ChatGPT.
Das folgt einer ganz einfachen Logik: Würden Antworten käuflich beeinflussbar, würde OpenAI das Vertrauen in das eigene Produkt und damit sein Geschäftsmodell nachhaltig beschädigen.
- Anzeigen sind klar gekennzeichnet und strikt vom redaktionellen Inhalt getrennt.
- Die KI antwortet weiterhin ausschließlich nach dem Prinzip: Was hilft den Fragesteller*innen und Unterstützung Suchenden am meisten?
ChatGPT wird damit kein Werbe-Chatbot – also kein automatisierter Verkaufsdialog, der Gespräche gezielt zur Produktplatzierung nutzt. Vielmehr bleibt ChatGPT ein Informations- und Entscheidungswerkzeug, erweitert um klar abgegrenzte Werbeplätze.
Für uns in der Werbebranche und in Marketingabteilungen entsteht hier eine hochspannende neue Plattform – sowohl im B2B- als auch im B2C-Umfeld.
Datenschutz und europäische Perspektive
Ein zentraler Punkt betrifft die Privatsphäre der Nutzer*innen. OpenAI hat hierzu mehrere Zusagen gemacht:
- Chat-Inhalte werden nicht an Werbetreibende weitergegeben
- OpenAI verkauft keine personenbezogenen Daten
- Nutzer*innen entscheiden selbst, ob und wie Daten für Anzeigen genutzt werden
- Personalisierung kann deaktiviert, Werbedaten können gelöscht werden
Gerade für den europäischen Markt – und damit auch für Österreich – ist das im Hinblick auf DSGVO-Konformität und Vertrauen entscheidend.
Eine regulatorische Prüfung für Europa ist sehr wahrscheinlich. Nach aktuellem Stand stellt sie jedoch keine unüberwindbare Hürde dar.
Herausforderungen und Risiken dieses neuen Werbeumfelds
So groß das Potenzial von ChatGPT als Werbeplattform ist, so klar müssen auch die damit verbundenen Risiken benannt werden: KI-Systeme können Inhalte erzeugen, die plausibel klingen, aber sachlich falsch sind. Diese sogenannten Halluzinationen entstehen, wenn die KI ihre Wissenslücken mit wahrscheinlichen, jedoch nicht überprüften Aussagen füllt. Für Marken bedeutet das ein konkretes Risiko: Produkte, Leistungen oder Zusammenhänge können ungenau, verkürzt oder falsch dargestellt werden – ohne dass dies für Nutzer*innen sofort erkennbar ist.
Hinzu kommt die ungewollte Verstärkung von Fehlinformationen: Werden vereinfachte oder falsche Annahmen von vielen unterschiedlichen Nutzer*innen selbst in ähnlichen Fragen formuliert, können sie sich in der KI verfestigen und als allgemeingültig wahrgenommen werden. Das betrifft etwa Preisannahmen, Leistungsversprechen, Nachhaltigkeitsaussagen oder rechtliche Rahmenbedingungen. Damit entsteht für Unternehmen ein neues Markenrisiko: Nicht durch bewusst gesteuerte Werbebotschaften, sondern durch automatisch generierte Kontextnennungen, die sich der direkten Kontrolle des Unternehmens weitgehend entziehen.
Gerade deshalb erfordert erfolgreiche Markenkommunikation in KI-Umfeldern eine besonders klare, konsistente und faktenbasierte inhaltliche Positionierung. KI-Systeme greifen auf vorhandene Informationen zurück und ordnen diese neu ein.
Sind Aussagen widersprüchlich, unklar oder schlecht auffindbar, steigt das Risiko von Fehlinterpretationen.
GEO (Generative Engine Optimization) setzt genau hier an: Inhalte werden so aufbereitet, dass sie von KI-Systemen korrekt verstanden, richtig eingeordnet und im passenden Kontext ausgespielt werden. Für Marken bedeutet das mehr Kontrolle über die eigene Darstellung – und langfristig den Schutz von Vertrauen, Reputation und Glaubwürdigkeit. Auch die Leistung GEO haben wir selbstverständlich in unserem Leistungskatalog. (Hier der Link zur Seite)
Einordnung aus der Sicht digitaler Kommunikator*innen
Wir beobachten diese Entwicklung sehr genau. Für viele unserer Kund*innen wird ChatGPT als Werbeumfeld hoch relevant sein. Denn hier wird nicht im Scroll-Modus geworben, sondern im Moment der Entscheidungsfindung – gezielt, kontextbasiert und entlang konkreter Fragestellungen. Produkte, Modelle und maßgeschneiderte Dienstleistungen können genau dort sichtbar werden, wo Bedarf besteht.
AboutMedia wird dieses Thema, sobald verfügbar in das Leistungsportfolio aufnehmen – strategisch, kreativ und operativ. Denn auch hier gilt: Inhalte und Angebote müssen für kontextbasierte Platzierungen funktionieren, um Wirkung zu entfalten.
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