EUGENS PERSÖNLICHER EINBLICK: WEIL KINDER DIE KRITISCHSTE ZIELGRUPPE SIND

Online Kurse TaeKwonDo

… und wie sie uns helfen zu verstehen, wie wir im virtuellen Austausch auch den anspruchsvollsten Erwachsenen begeistern können? Dazu gibt es heute eine kleine private Geschichte von Eugen:

„In den letzten Monaten habe ich in meiner Freizeit viel über die neuen Arbeitswelten gelernt, die ich teilen möchte.

Dafür muss ich allerdings ein paar Zeilen ausholen. Seit vielen Jahren betreibe ich Kampfsport und habe mich auf TaeKwonDo und HapKiDo (koreanische Selbstverteidung) spezialisiert. Durch dieses Hobby und den Tod meines Meisters wurde ich Obmann des koreanischen Kampfsportvereins Yong Du. Im Zuge gebe ich seit mehreren Jahren Trainings für Erwachsene, seit 1 Jahr auch Kindertraining für Nachwuchs im Kindergarten und Volksschulalter.

Das letzte Jahr hat es notwendig gemacht, diese Trainings via Zoom abzuhalten.
Dabei muss man wissen, dass Kinder die vermutlich herausforderndste Zielgruppe sind:
Das Feedback ist 100% direkt, äußerst kritisch, sehr ehrlich und sie sind besonders anspruchsvoll.

Man erkennt somit in der Sekunde, ob eine Übung, die ohnehin nicht länger als 2-3 Minuten dauern darf, unterhält oder eben nicht. Dazu kommt, dass Eltern nur bis zu einem bestimmten Punkt Kinder dazu motivieren (können) etwas zu tun, was sie eigentlich nicht wollen. Ist das Training also mehrmals nicht voll zufriedenstellend, ist das Kind weg. Virtuell noch schneller als physisch.

Ich habe daher im letzten Jahr gelernt, wie ein virtueller Austausch gestaltet sei muss, damit er den Ansprüchen von Kindern genügt. Und wenn es für Kinder passt, dann manchen die anspruchsvollsten Erwachsenen vermutlich Luftsprünge vor Begeisterung:

Diese 8 Punkte muss man beachten:

1. Vorbereitung

45 Minuten Training entspricht mindestens so viel Vorbereitung. Bereite dich also auf deinen Vortrag, die Präsentation oder den Video-Call vor und hab
immer einen Plan B parat.

2. Abwechslung

Der Weg von der Kamera zur Couch ist für Kinder genauso weit wie der Weg ins Outlook.
Nur wenn wir Abwechslung bieten, fordern wir die Konzentration und Aufmerksamkeit unseres Gegenübers. Abwechslung kann der Wechsel von Präsentationsmodus in den Video-Modus, Interaktivität beim Videocall, eine schnelle Umfrage, eine aktivierende Übung u.v.m. sein.

3. Konstanten schaffen

Ein Kindertraining muss JEDEN Sonntag um 16:00 stattfinden. Es muss zu einem Fixpunkt werden, ohne Ausnahme. So sollten auch regelmäßige Online-Meetings zu einem verlässlichen fixen Zeitpunkt starten und enden.

4. Berechenbarer Ablauf

Obwohl die Kinder dringend Abwechslung fordern, ist ihnen klar, dass nach dem gemeinsamen Abschluss-HAKA noch eine Geschichte folgt und die Stunde somit vorbei ist. Auch unser Meeting muss eine nachvollziehbare Struktur und ein klares Ende haben.

5. Geschichten erzählen

Die letzten 5 Minuten erzähle ich von Weihnachten in Süd-Korea, die Geschichte von TaeKwonDo oder über den Alltag der Mönche im Kloster. Auch Erwachsene hören gern Geschichten über Erfahrungen bei Projekten, mit Kollegen oder vielleicht auch aus dem privaten Umfeld.

6. Pausen

Sich auf einen Monitor zu konzentrieren ist deutlich anstrengender. Entsprechend braucht der Kopf auch Pausen. So ist es auch bei Erwachsenen. 60 Minuten Video-Calls sind grenzwertig. Lieber 2 mal 30 Minuten mit 5 Minuten Augen- oder Wasserpause.

7. Direkte Ansprache

Kinde vergessen darauf, dass ich sie beim Training sehe. Erst wenn ich sie direkt anspreche „Toll gemacht, Julian!“ kann ich ihre Aufmerksamkeit wieder fangen.
Warum also nicht ein „War das für sie verständlich, Frau Huber?“

8. Lob, Anerkennung, Interesse

Die aktuelle Situation fordert Kinder unglaublich. Die Tatsache, dass sie sich jeden Sonntag zu einem Training bemühen, macht sie für mich zu meinen kleinen Helden. Das zeige ich ihnen durch Lob, Anerkennung und Interesse an ihrem Leben.
Das sind wir einander auch im beruflichen Umfeld mehr schuldig.

Ich hoffe, dass der Einblick in mein Privatleben auch hilft, das berufliche Leben angenehmer zu gestalten – für uns alle.

Natürlich freue ich mich auf Feedback, Erfahrungsaustausch oder interessierte Trainingspartner.“

Eugen