Antizyklisches Marketing ist vielleicht gerade jetzt das Nonplusultra. Während die Werbung eines Unternehmens in konjunkturstarken Zeiten oftmals in der breiten Masse untergeht, wird in konjunkturschwachen Zeiten bei hohem Werbeaufwand mehr Aufmerksamkeit erzielt.

Warum die bereits bewährte Methode

Genauer gesagt: In finanziell schlechteren Zeiten weiterhin auf sich aufmerksam machen und bestehende Geschäftsbeziehungen stärken. So kann sich ein Unternehmen gegen die Konkurrenz behaupten und branchenbedingte Schwankungen ausgleichen. Werbekampagnen dann durchzuführen, wenn es einem Unternehmen gut geht, ist auch bekannt als zyklische Werbung. Das Umsatzplus und die ansteigende bzw. hohe Konjunkturphase ermutigt den Marketer in hohe Werbeausgaben zu investieren. Besonders während den jeweiligen Saisonen und Jahreszeiten werden größtmögliche Effekte erzielt. Typische Beispiele sind, wenn zu Ostern in Werbung für Schokoladeneier investiert wird und im Frühling alles rund um das Thema Garten im Vordergrund steht. Klar ist: Diese Vorgehensweise ist wichtig für Umsätze und Absatzzahlen. Doch was ist, wenn wir uns gerade jetzt dieser Vorgehensweise entgegensetzen?

Werben, wenn die anderen nicht werben

Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen, die gerade dann antizyklisch werben?

Trotz sinkendem Umsatz werben – gegen den Strom schwimmen und das tun, was die Konkurrenz zurzeit nicht macht. Clever? Aber hallo! Gerade wenn kein Bedarf für das Produkt/Dienstleistung herrscht, ist es besonders wichtig, für das Image-Marketing und die Bekanntheitssteigerung, antizyklische Werbung zu betreiben. Binde deine Kunden in schwachen Perioden, während die Konkurrenz eine Runde aussetzt. Um aus der Masse hervorzustechen und dich vom Status Quo abzugeben. So wird das Unternehmen bewusster vom Kunden wahrgenommen und bleibt bestenfalls länger in Erinnerung. Dass dabei Kreativität gefordert ist, steht außer Frage.

In guten wie in schlechten Zeiten

Auch der Kostenaufwand beim antizyklischen Werben ist in der Regel geringer. Denn der Konkurrenzkampf und der Werbedruck sinkt und somit werden Werbeplattformen günstiger. Sich einen Vorsprung in dieser Zeit zu erarbeiten ist lohnenswert und interessant für Unternehmen. Das ist die eigentliche Kunst. In Zeiten von beispielsweise Coronavirus aktiv Werbung betreiben? Das macht Sinn! Mitbewerber werden kaum große Werbekampagnen ausstreuen. Die Bevölkerung befindet sich in diesen Krisen-Zeiten jedoch die meiste Zeit online und bewegt sich digital. Um News zu lesen, um zu arbeiten, um zu lernen oder um sich Zeit zu vertreiben. Aus der Masse herausstechen ist die Devise, und in dieser Situation tatsächlich nicht so schwer. Denn es wir auch eine Zeit nach Corona geben. Und da werden jene profitieren, die auch in Krisenzeiten Präsenz zeigen.